Mai/Juni 2017

BBB HAUPTAUSSCHUSS 2017 – FACHÜBERGREIFENDER DIALOG

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

auch in diesem Jahr können wir wieder auf einen erfolgreichen Hauptausschuss zurückblicken. Denjenigen unter Ihnen, die nicht unmittelbar in unsere Gremienarbeit eingebunden sind, mag dieses jährliche Großereignis nur als weitere Sitzung erscheinen. Aber weit gefehlt! Der Hauptausschuss des BBB hat sich inzwischen zu einer Plattform entwickelt, die Menschen weit über die Grenzen unseres Verbandes hinaus anzieht. Hier spiegelt sich nicht nur das ganz besondere Verhältnis zwischen BBB und Staatsregierung und Politik wider, das die Grundlage all unserer Arbeiten ist. Viel wichtiger ist, dass hier auch – über alle Fachrichtungen hinaus – ein intensiver Austausch stattfinden kann, Kontakte geknüpft, Ideen angestoßen oder Projekte festgezurrt werden

können. Impulse, die – wie sich immer wieder zeigt – ganz besonders wertvoll sind. Das gilt natürlich zum einen verbandsintern. Die rund 180 Vertreter unserer 54 Fachverbände reisen aus ganz Bayern an und suchen den Dialog mit ihren Kolleginnen und Kollegen. Das gilt aber auch für die Ehrengäste aus Staatsregierung, Politik, freier Wirtschaft und Verbandswesen.

 

In diesem Jahr durften wir zwei ganz besondere Gäste begrüßen, die fast schon für sich genommen zeigen, wie sich bei unserer Veranstaltung Einzelbereiche zu einem Ganzen fügen. Zum einen war das Prof. Dr. Winfried Kluth, der in Anwesenheit der Entscheidungsträger aus Landtag und Finanzministerium nochmals die hervorragende Gesetzgebungsarbeit am Neuen Dienstrecht in Bayern lobte. Er war Laudator, als die Deutsche Gesellschaft für Gesetzgebung diesem Gesetzeswerk den ersten Preis verlieh. Dazu kam – aus einem ganz anderen Bereich – Dr. Volker Leienbach, Direktor des Verbands der privaten Krankenversicherung. Er erläuterte die Notwendigkeit des gesetzlichen und privaten Versicherungssystems u. a. auch aus Sicht von Ärzten, Physiotherapeuten und Heilpraktikern. Geschlossen, zusammen mit den Beamtinnen und Beamten, wolle man gegen jegliche Überlegungen zur Einheitsversicherung vorgehen. Ein Thema, das uns allen am Herzen liegt. Denn der Ruf nach Einheitsversicherungen, der immer wieder aufkommt, ist nichts anderes als der Ruf nach schnellem Kapital. Mehr Versicherte, mehr Geld, so die einfache Rechnung, wenn es eng wird. Aber warum wird es denn eng? Hier zeigt sich der grundlegende Fehler im Gedankenansatz. Das Umlageverfahren der gesetzlichen Versicherung funktioniert nicht. Das mag viele Gründe haben. Die müssen aber direkt angegangen werden! Stattdessen will man weitere Menschen in dieses angeschlagene System stecken. Nicht mit uns!

 

Die Absicherung im Krankheitsfall ist immer noch ein wichtiger Aspekt im Ringen um den so wertvollen Nachwuchs. Auch das war ein Schwerpunkt unseres diesjährigen Hauptausschusses. Denn im Nachwuchs liegt auch die Zukunft einer leistungsfähigen und über die Maßen kompetenten Verwaltung. Der öffentliche Dienst kann beim Einkommen – insbesondere in Mangelberufen – nur schwer mit der freien Wirtschaft mithalten. Dafür bietet er aber zahlreiche andere Vorteile zu denen, neben z. b. den zahlreichen Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben in jeder Lebensphase, eben auch das duale System von Beihilfe und privater Versicherung gehört. Wer hier Abstriche in Kauf nehmen möchte, schwächt den öffentlichen Dienst und „schneidet sich letztendlich ins eigene Fleisch“. Denn wer ist nicht auf ein funktionierendes Staatswesen angewiesen?

 

Auf der Grundlage des von der deutschen Gesellschaft für Gesetzgebung ausgezeichneten neuen Dienstrechts, im offenen und intensiven Dialog mit der Staatsregierung und unter der bestehenden Ausgestaltung unserer Beschäftigungsverhältnisse, können wir noch Vieles erreichen!

 

Mit kollegialen Grüßen

 

Rolf Habermann

Vorsitzender

Porträt Rolf Habermann

BBB-Vorsitzender

Rolf Habermann