Mai/Juni 2016

WIR HABEN NOCH VIEL VOR!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,


es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ich Sie an dieser Stelle wieder begrüßen kann. Der 20. BBB-Delegiertentag hat getagt. Das höchste Gremium des BBB, das auch zuständig ist für die Besetzung unserer Gremien. Eigentlich eine Mitgliederversammlung, die aufgrund unserer Größe mit Vertretern Ihrer Mitgliedsverbände besetzt ist. Von den (immer noch) fast 600 Delegierten wurde ich erneut und mit bemerkenswerter Zustimmung in meinem Amt bestätigt. Für diesen überragenden Vertrauensbeweis danke ich von Herzen – Ihnen, Ihren Vertretern vor Ort und Ihren Organisationen, die sich unter dem Dach des BBB vereinen! Das ehrt mich sehr! Ich freue mich, meine Arbeit mit Ihnen und Ihren Kolleginnen und Kollegen in den Verbandsgremien fortsetzen zu dürfen! Ich bin überzeugt, gemeinsam werden wir in den kommenden Jahren noch vieles für den öffentlichen Dienst und die dort Beschäftigten erreichen!

 

Da spreche auch im Sinne meiner Kolleginnen und Kollegen in Vorstand und Hauptvorstand. Sie alle stehen in den Startlöchern, um auch in den kommenden Jahren die drängenden Fragen des öffentlichen Dienstes anzugehen. Und da gibt es einige.

 

Der Flüchtlingszustrom zu Ende des vergangenen und Beginn diesen Jahres hat uns nicht nur gezeigt, wie überwältigend die Menschen in Bayern solche außergewöhnlichen Situation bewältigen – wobei natürlich unser gut funktionierender öffentlicher Dienst mit all seinen Bereichen eine ganz wesentliche Rolle gespielt hat. Die damit auf lange Sicht verbundenen Folgen werden für ihn aber noch ganz andere Herausforderungen bringen. Denn in einem nächsten Schritt geht es darum, den Menschen, die bleiben, dabei zu helfen, ihren Platz in unserer Gesellschaft zu finden. Sie alle wollen sich in unserem Land zurechtfinden. Sie alle wollen ein Leben in Sicherheit, mit Bildung und Arbeit – alles Bereiche, in denen auch der öffentliche Dienst gefragt ist! Aber natürlich ist das nur ein Aspekt. Auch für Bürgerinnen und Bürger, ebenso wie für Unternehmen der freien Wirtschaft ist er unverzichtbarer Partner, Dienstleister und Standortfaktor. Ministerpräsident Horst Seehofer hat in seiner Festrede beim Delegiertentag mehrfach bekräftigt: „Der bayerische öffentliche Dienst ist Spitze!“ – Aber darauf können wir uns nicht ausruhen! Darüber freuen wir uns und das nehmen wir als Motivation mit auf den Weg, den wir als nächstes einschlagen.

 

Der öffentliche Dienst soll auch in Zukunft, und immer stärker, ein Arbeitsplatz sein, der seiner Vorbildfunktion als Arbeitgeber gerecht wird. Der sicherstellt, dass Leistung angemessen anerkannt wird. Der die Gesundheit seiner Beschäftigten weder durch Überforderung noch durch mangelnde Anreize oder fehlende Achtsamkeit aufs Spiel setzt. Der die bei ihm Tätigen in jeder Phase ihres Berufslebens fördert und fordert und gleichzeitig sicherstellt, dass auch Anforderungen aus dem privaten Bereich nicht zu kurz kommen.

 

Das bedeutet z. B., dass die verbesserten Möglichkeiten des beruflichen Fortkommens, die sogenannten Stellenhebungen, die mit dem Neuen Dienstrecht eingeführt wurden, auch künftig fortgesetzt werden. Das bedeutet aber auch, dass veraltete Vorgaben zu Stellenstreichungen (Stichwort 6 b des Haushaltsgesetzes) einer Prüfung unterzogen werden müssen. Und das bedeutet, dass wir weiter an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen arbeiten müssen – z. B. durch flexible Gestaltung der Arbeitszeit oder des Ruhestandseintritts. Der öffentliche Dienst muss attraktiver Arbeitgeber bleiben. Nicht nur für diejenigen, die bereits dort tätig sind, sondern insbesondere auch für die besten Köpfe aus dem Nachwuchs. Die finanziellen Angebote auf dem freien Markt sind unschlagbar. Der öffentliche Dienst bietet andere Qualitäten! Wir haben noch viel vor. Ich freue mich auf die künftige Zusammenarbeit!


Mit besten Grüßen

Ihr

Rolf Habermann

Vorsitzender Bayerischer Beamtenbund e.V.

Porträt Rolf Habermann

BBB-Vorsitzender

Rolf Habermann