Beschäftigte des Landesdienstes demonstrierten in Nürnberg

Kämpfen für einen guten Kompromiss

Mit Warnstreiks und einem Demonstrationszug durch die Nürnberger Innenstadt haben sich heute die Tarifbeschäftigten des Landesdienstes in Bayern den Protestaktionen angeschlossen, die seit dem ergebnislosen Ende der zweiten Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) bundesweit stattfinden.

 

„Die Verhandlungen haben am 18. Januar begonnen und sind am 30. und 31. Januar fortgesetzt worden, aber nichts hat sich bewegt. Deshalb stehen wir heute hier und machen unserem Unmut Luft. Es liegt uns weder ein vernünftiges Angebot vor noch ein verhandelbares Papier. Damit fehlt es an Wertschätzung und Anerkennung für die Leistung der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes: Insbesondere die Beschäftigten bei den Autobahnen fühlen sich trotz schöner Sonntagsreden von der Politik verraten und verkauft“, begrüßte Klaus Eckl, bayerischer Landesvorsitzender und stellvertretender Bundesvorsitzender der Fachgewerkschaft der Straßen-und Verkehrsbeschäftigten VDStra. die mehr als 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der Kundgebung vor der Lorenzkirche.

 

„Jetzt hängt alles von der dritten Runde am 16. und 17. Februar ab. Wenn Ihr hinter uns steht, haben wir die Möglichkeit, einen guten Kompromiss zu erkämpfen, fordern aber weiterhin eine spürbare lineare Erhöhung und einen Mindestbetrag als soziale Komponente“, machte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DSTG) Karl-Heinz Leverkus deutlich.

 

„Ohne uns Tarifbeschäftigte, ohne uns Beamtinnen und Beamte, ja ohne uns Frauen und Männer im öffentlichen Dienst funktioniert Deutschland nicht“, appellierte Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, an die Verhandlungsführer. „Viele Frauen und Männer setzen im Dienst Leib und Leben aufs Spiel. Und das nicht nur bei der Polizei oder bei der Feuerwehr. In den Schulen, in den Jobcentern sowie in der Steuerverwaltung nimmt die Gewaltbereitschaft gegenüber uns Beschäftigten immer weiter zu. Meine Kollegen und Kolleginnen in den Finanzämtern haben dafür gesorgt, dass die Steuereinnahmen weiter sprudeln. Viele arbeiten für zwei, weil wir zu wenige sind!

 

Unsere Steuerfahndung und unsere Vollstreckung machen für besondere Kunden sogar Hausbesuche! Sie alle sorgen tagtäglich für Steuergerechtigkeit und Mehreinnahmen. Dafür haben wir unser Stück vom Kuchen verdient“, so Wildfeuer.

 

Fotos: Friedhelm Windmüller / dbb